Schlafmythen

Jeder kennt sie, manche vertrauten darauf, andere lachen darüber – Schlafmythen.

Aber wie wahr sind sie wirklich? Auf was kann man sich verlassen, und was ist

bloßer Schwindel? Ich verrate dir, welchen „Weisheiten“ du tatsächlich

vertrauen kannst.


1. Ein Gläschen Rotwein hilft beim Einschlafen

Diese Annahme stimmt teilweise. Alkoholische Getränke entspannen den Körper,

sodass man leichter einschläft. Jedoch sinkt durch den Weingenuss der

Blutzuckerspiegel und das Stresshormon Adrenalin wird ausgeschüttet. Zusätzlich

muss während des Schlafens der Alkohol abgebaut werden. Daher fühlt man sich

nach dem Aufwachen wieder schlapp.


2. Über Nacht sollte das Fenster offen bleiben

Hinter dieser Handhabe steckt die gute Absicht, den Sauerstoffpegel konstant zu

halten. Bleibt das Fenster aber die ganze Nacht offen, kann es im Winter leicht zu

kalt werden. Im Sommer werden Pollen ins Zimmer geweht. Außerdem tragen

empfindliche Menschen durch die Zugluft häufig eine Erkältung oder einen

verspannten Nacken davon. Hinzu kommen nächtliche Geräusche, die den Schlaf

stören können.


3. Die optimale Raumtemperatur liegt zwischen 15°C und 18°C

Diese Einschätzung trifft meistens zu. Für einen guten Schlaf ist es wichtig, dass

der Körper seine Kerntemperatur um 36°C konstant halten kann, ohne zu viel

Energie zu verbrauchen. Von Menschen in unserer Klimazone wird eine

Raumtemperatur zwischen 15°C und 18°C während der Nachtruhe in der Regel als

optimal empfunden. Dies kann allerdings individuell variieren.


4. Alleine schläft es sich besser

Für die meisten Menschen trifft diese Annahme zu, da es ohne Partner im Bett

ruhiger ist. Keine Schnarchgeräusche, keine wippende Matratze, wenn der andere

sich umdreht, kein Ringen um die Bettdecke – allerdings kann es für die Psyche

sehr entspannend sein, mit dem Partner einzuschlafen.


5. Frühaufstehen ist Typ-Sache

Richtig, manche Menschen sind Frühaufsteher, während bei anderen der Motor am

Morgen einfach nicht auf Touren kommen will. Das zu ändern ist schwer, wenn

nicht sogar unmöglich. Es kann allerdings helfen, sich am Vormittag viel an der

frischen Luft aufzuhalten und abends das Licht zu dämmen.


6. Der Schlaf vor Mitternacht ist am wichtigsten

Das ist prinzipiell falsch. Es ist egal, wann du zu Bett gehst, solange du wirklich

müde bist. Die innere Uhr gibt vor, wann für dich die beste Zeit zum Schlafen und

Regenerieren ist. In der Tiefschlafphase finden dann viele wichtige

Regenerationsprozesse statt.


7. Ein Traumtagebuch hilft gegen Albträume

Es kann es sehr hilfreich sein, die geträumte Situation bewusst in Gedanken zu

analysieren und einen Ausweg zu finden. Wenn du deine Strategie mehrmals

durchgegangen bist kann es sein, dass du die wiederkehrende Albtraum-Situation

tatsächlich bewältigen kannst. Falls der innere Druck durch Albträume allerdings

zu stark wird, solltest du die Hilfe eines geeigneten Therapeuten in Anspruch nehmen.

8. Schlafwandler sollte man nicht aufwecken

Richtig – wenn ein Schlafwandler plötzlich geweckt wird und sich dabei erschreckt

besteht die Möglichkeit, dass er sich selbst oder andere verletzt. Daher sollten

Schlafwandler nur sehr vorsichtig angesprochen und zurück ins Bett geführt

werden. Unter Hypnose gelernte Autosuggestionen können dabei helfen, die

nächtlichen Spaziergänge in Zukunft zu unterlassen.


9. Die eigene Schlafdauer ist Gewöhnungssache

Nein, man kann das eigene Schlafverhalten nicht bewusst steuern. Die optimale

Schlafdauer ist individuell unterschiedlich und liegt bei Erwachsenen in der Regel

zwischen sieben und acht Stunden. Jeder Mensch sollte daher versuchen, die

eigene optimale Schlafdauer einzuhalten.


10. Schläft man am Wochenende zu viel, wird man müder als zuvor

Nachdem man am Wochenende ausgiebig Schlaf nachgeholt hat, fühlt man sich oft

immer noch erschöpft. Das liegt daran, dass unter der Woche der Stressbotenstoff

Cortisol vermehrt ausgeschüttet wird. Senkt sich die Produktion wieder auf ein

normales Level, ist es, als würde ein Aufputschmittel abgesetzt werden. Man merkt

dann, wie erschöpft man tatsächlich ist.

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